Wir erinnern an den antisemitischen Anschlag auf das Altersheim der Israelitischen Kultusgemeinde in München, der am 13.02.1970 verübt wurde. Sieben Menschen starben, 15 wurden verletzt.
Wir gedenken Regina Rivka Becher, Max Meir Blum, Leopold Arie Leib Gimpel, David Jakubowicz, Siegfried Offenbacher, Georg Eljakim Pfau und Rosa Drucker.
Der tödliche Brandanschlag wurde jahrelang nicht aufgeklärt und die Ermittlungen eingestellt. Im Jahr 2013 wurden die Ermittlungen erneut aufgenommen, nur um im Jahr 2017 ergebnislos eingestellt zu werden. Unter anderem wurden Beweise durch die Münchner Polizei verlegt und konnten so nicht mehr für die Ermittlungen herangezogen werden. Eine rechte Tatmotivation ließ sich dem Anschlag bisher nicht eindeutig zuordnen – allerdings bleibt er eine antisemitische Gewalttat, die sich in antisemitische Kontinuitäten in Deutschland einreiht. In der Stadt München geriet der Brandanschlag lange Zeit in Vergessenheit – erst im Jahr 2020, 50 Jahre nach der Tat, wurde eine Gedenktafel mit den Namen der Ermordeten errichtet.
Die Tat steht nun nach 56 Jahren offenbar vor der Aufklärung: Die 2025 erneut eingeleiteten Ermittlungen der Münchner Generalstaatsanwaltschaft konzentrieren sich auf einen 2020 verstorbenen Münchner, der laut Zeitungsberichten „aus seiner rechtsextremen Gesinnung keinen Hehl gemacht hatte“. Die im Vorfeld der Tat durch ihn geäußerten Beschimpfungen und Drohungen gegen Juden*Jüdinnen und explizit gegen das jüdische Altenheim wurden nun den Ermittlern gemeldet. Doch bereits Mitte der 1970er Jahre soll der Tatverdächtige den Brandanschlag gestanden haben – die Ermittler folgten jedoch den Hinweisen damals nicht. Eine Fokussierung der Ermittlungen auf mögliche linke Täter sowie unauffindbare Beweismittel führten dementsprechend dazu, dass die Tat mehr als 50 Jahre lang nicht aufgeklärt wurde.
Quelle: Süddeutsche Zeitung




