Chronik rechter Gewalt.

Die Grundlage der bayernweiten Chronik bilden Vorfallsmeldungen, Mitteilungen verschiedener Kooperationspartner, sowie eine regelmäßige Auswertung von Zeitungen, Polizeimeldungen und Internetquellen. Darüber hinaus finden auch Vorfallsschilderungen von Beratungsnehmer*innen hier Platz, sollte das gewünscht sein.

Die Chronik ist unvollständig. Sie enthält lediglich die Vorfälle rechter Gewalt in Bayern, die B.U.D. bekannt wurden. Grundsätzlich gelten für die Chronik die gleichen Erfassungskriterien wie für die Statistik, die B.U.D. führt. Darüber hinaus können auch Beschimpfungen, Schmierereien und einfache Sachbeschädigungen Eingang in die Chronik von B.U.D. finden, wenn von einer rechten Tatmotivation auszugehen ist und eine bestimmte Entwicklung rechter Strukturen dadurch deutlich wird.

Vorfälle rechter Gewalt, bei denen die Betroffenen eine Veröffentlichung nicht wünschen, werden in dieser Chronik auch nicht öffentlich gemacht. In unserer Jahresstatistik werden hingegen alle erfassten Fälle rechter Gewalt einfließen.

Neben der bayernweiten Chronik von B.U.D. findet sich unter www.muenchen-chronik.de eine dezidierte Sammlung aller in München bekannt gewordener Vorfälle rechter Angriffe, Aktivitäten und Diskriminierungen. Bei der München-Chronik handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der FIRM, a.i.d.a. und BEFORE. Darüber hinaus gibt es ein bayernweites Monitoring von antisemitischen Vorfällen durch RIAS Bayern. Die entsprechende Chronik von RIAS Bayern findet sich hier.

Hinweis: Die Chronik versucht keinen zeitlich chronologischen Überblick zu geben, da es oftmals mehrere Monate oder gar Jahre dauert, bis uns bestimmte Vorfälle rechter Gewalt bekannt werden. Daher ist die Chronik nach Einstelldatum sortiert. Im jeweiligen Chroniktext selbst steht jedoch das entsprechende Vorfallsdatum. Hierdurch wird deutlich, wie lange es manchmal dauert, bis wir von einzelnen Vorfällen erfahren.

Angriff auf Zugpersonal

Als ein Zugbegleiter am 17.04.2026 während einer ICE-Fahrt zwischen München und Nürnberg beim späteren Täter eine Ticketkontrolle durchführen wollte, schlug ihm dieser mit einem Handy gegen den Kopf und zeigte den Hitlergruß. Der Täter wurde am Hauptbahnhof in Nürnberg festgenommen. Es wird nun gegen ihn unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Quelle:

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/64017/6258401

Brutaler Angriff auf offener Straße

Am 19.01.2026 lief die Betroffene von der Bushaltestelle in Augsburg nach Hause, als sie von vier Personen rassistisch beleidigt und mit Eiern beworfen wurde. Die Betroffene versuchte die Polizei zu rufen, woraufhin sie von den Tätern auf den Boden gestoßen und getreten wurde. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle:

https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/097062/index.html

Rassistischer Angriff auf offener Straße: Mann in Nürnberg schwer verletzt

In Nürnberg wurde am 25.10.2023 ein 45-jähriger Mann auf offener Straße unvermittelt mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt. Nach Erkenntnissen des bayerischen Innenministeriums lag der Tat ein rassistisches Motiv zugrunde. Die Ermittlungen bestätigten extremistische und rassistische Einstellungen des Täters. Der Täter wurde kurz nach der Tat festgenommen und später im Rahmen eines Sicherungsverfahrens wegen versuchten Mordes verurteilt.

Quellen:

BR24
https://www.br.de/nachrichten/bayern/messerangriff-2023-versuchter-mord-mit-rassistischem-motiv,UFNRWg5

Süddeutsche Zeitung
https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-versuchter-mord-rassismus-nuernberg-li.3339830

Rassistische und misogyne Beleidigung gegen eine Thermen-Mitarbeiterin

Nachdem Ende Februar eine Mitarbeiterin einer Therme eine Badegästin mehrfach wegen eines Verstoßes auf die Hausregeln hingewiesen hatte, reagierte diese mit einer rassistischen und misogynen Beleidigung. Diese wiederholte sie nochmal und kam der Mitarbeiterin sehr nah und fasste ihr auf herabwürdigende Art und Weise ins Gesicht. Daraufhin wurde die Polizei verständigt und es kam zur Anzeige. Auch in Anwesenheit der Polizei hat die Person noch weitere Mitarbeiter*innen rassistisch beleidigt. Mehrere Badegäste haben den Vorfall beobachtet. Sie solidarisierten sich im Nachhinein mit der Mitarbeiterin.

Die Einrichtung verhängte ein lebenslanges Hausverbot für die Angreiferin.

Quelle: Betroffene

Bedrohliche Anfeindung in der Innenstadt

Die Betroffene hielt sich mit mehreren anderen jungen Erwachsenen in Amberg auf, als zwei aggressive Täter die Gruppe unvermittelt rassistisch beleidigten und mehrmals bedrohlich nahekamen. Für die Betroffene sah es so aus, als würden die Täter gleich angreifen, sodass sie die Polizei rief und Anzeige erstattete. Besonders schockierend ist für sie, dass sich der Vorfall mitten in der Innenstadt ereignete.

Quelle: Betroffene

Verhetzende Beleidigung im ÖPNV

Die Betroffene fuhr am 02.02.2026 im Bus im Landkreis Ansbach, als sie die spätere Täterin fragte, ob ihr Kind etwas leiser sein könnte. Daraufhin beleidigte die Täterin die Betroffene auf äußert verhetzende Weise mit nationalsozialistischem Sprachgebrauch. Die Betroffene rief die Polizei, die zuerst nur unwillig und unreflektiert bereit war die Anzeige aufzunehmen. In den nächsten Tagen kontaktierte sie mehrfach die Polizei um sicherzustellen, dass alles aufgenommen wurde. Entsprechend fühlte sich die Betroffene psychisch belastet.

Quelle: Betroffene

Körperlicher Angriff auf Gäste in einer Bar

Gäste einer Bar in Memmingen greifen am 25. Oktober 2025 zwei andere Gäste an, weil sie in ihnen politische Gegner*innen sehen. Schon bei ihrer Ankunft hätten die Aggressor*innen die Betroffenen wegen eines Shirts mit der Aufschrift „Love Music Hate Fascism“ auffällig gemustert. Nachdem einer der Betroffenen vor oder an das neben der Bar gelegene AfD-Büro spuckt, wird er von zwei Personen geschubst. Seine Begleiterin berichtet, wie sie dazwischen geht und dann von zwei Personen gepackt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen wird. Anschließend hätten sie auch noch Beschäftigte des Lokals „ziemlich hef­tig angegangen und haben mich weggeschubst und waren hochaggressiv, weil sie wohl mit der AfD sympathisieren.“

Obwohl die Betroffene Anzeige erstattet und das angibt, berichtet die Polizei später von einer Streitigkeit, die zu einer wechselseitigen Körperverletzung geführt habe. Erst die Polizeiliche Kriminalstatistik weist den Fall später ausdrücklich als politische, rechtsmotivierte Gewalttat aus.

Quelle: Betroffene

Abgetrennter Schweinekopf vor Geflüchtetenunterkunft

In Burgoberbach hat eine bislang nicht identifizierte Person in der Nacht auf Montag, den 28. Juli 2025, einen abgetrennten Schweinekopf vor eine Flüchtlingsunterkunft in der Wassertrüdinger Straße gelegt. Zuvor wurden bereits eine Toilette voller Abfälle vor die Tür gestellt und mehrfach Müll sowie stinkende Abfälle abgelegt. Die Polizei gibt an, dass der Schweinekopf zwischen Sonntag, 20:00 Uhr, und Montag, 08:00 Uhr, vor dem Gebäude platziert wurde.

Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf ein Hassdelikt. Dieser Straftatbestand erfasst im deutschen Recht gezielt das Erzeugen von Hass und Beleidigungen.

Die betroffene Familie, die in der Unterkunft lebt, berichtet von weiteren Bedrohungen und Einschüchterungen. Am 12. August 2025 wurden die Kinder der Familie – ihr 9-jähriger Sohn, ihre 5-jährige Tochter und ein Freund der Kinder – im nahegelegenen Park von drei bis vier Jugendlichen umzingelt und massiv eingeschüchtert. Die Jugendlichen näherten sich den Kindern mit E-Scootern und Fahrrädern, machten sich über die kleine Tochter lustig, weil sie noch keinen Fahrradführerschein hätte und drohten ihr damit, die Polizei zu rufen. Nach diesem Vorfall weinten die Kinder und wollten seitdem nicht mehr alleine nach draußen oder in den Park gehen. Die Täter sind weiterhin in der Umgebung unterwegs, und die Kinder haben Angst vor ihnen.

Die psychische Belastung der Familie ist erheblich, da sie zunehmend das Gefühl haben, im Dorf nicht willkommen zu sein.

Quelle:

Schweinekopf vor Asylunterkunft in Burgoberbach – ein Hassdelikt? | FLZ.de
Betroffene

Rassistisch motivierter Angriff auf 15-jähriges Mädchen

Laut Medienbericht griff in Würzburg am 17.10.2025 ein Jugendlicher zwei 15-jährige Mädchen in der Wredestraße an, schlug eines von ihnen unvermittelt in den Bauch und beleidigte beide rassistisch.

Quellen:

Onlineartikel von jungle.world
https://jungle.world/artikel/2025/43/deutsches-haus-43/2025

Main Post
https://wuerzburgerleben.de/2025/10/20/15-jaehrige-in-der-zellerau-geschlagen-und-rassistisch-beleidigt/

Rassistische Bedrohungen in Eventlokal

In der Nacht vom 12.-13.09.2025 kam es in einer Veranstaltungslokalität im Hofer Stadtteil Neustadt zu einem Vorfall, der für die Anwesenden belastend und beängstigend gewesen sein dürfte. Ein 39-jähriger Mann fiel durch aggressives Auftreten und rassistische Äußerungen auf und störte wiederholt Gäst*innen im Raucher*innenbereich.

Als die Betreiber*innen des Lokals einschritten und den Mann aufforderten, die Veranstaltung zu verlassen, eskalierte die Situation weiter. Der Mann verweigerte das Verlassen, wurde handgreiflich, beschädigte Inventar und bedrohte das Betreiber*innenpaar mit dem Tod. Für die Betroffenen bedeutete dies eine akute Bedrohungslage, die ein sofortiges Eingreifen erforderlich machte.

Auch nach dem Eintreffen der Polizei zeigte sich der Mann weiterhin aggressiv, verweigerte zunächst korrekte Angaben zu seiner Person und beleidigte die eingesetzten Beamt*innen. Gegen ihn wird nun wegen mehrerer Straftaten ermittelt. Zudem wurde ihm ein Hausverbot für die Lokalität erteilt.

Quellen:

TV Oberfranken
https://www.tvo.de/hof-eventlokal-mann-rastet-in-lokal-aus-781138/

Instagram Beitrag Antonio-Amadeu-Stiftung
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