Chronik rechter Gewalt.

Die Grundlage der bayernweiten Chronik bilden Vorfallsmeldungen, Mitteilungen verschiedener Kooperationspartner, sowie eine regelmäßige Auswertung von Zeitungen, Polizeimeldungen und Internetquellen. Darüber hinaus finden auch Vorfallsschilderungen von Beratungsnehmer*innen hier Platz, sollte das gewünscht sein.

Die Chronik ist unvollständig. Sie enthält lediglich die Vorfälle rechter Gewalt in Bayern, die B.U.D. bekannt wurden. Grundsätzlich gelten für die Chronik die gleichen Erfassungskriterien wie für die Statistik, die B.U.D. führt. Darüber hinaus können auch Beschimpfungen, Schmierereien und einfache Sachbeschädigungen Eingang in die Chronik von B.U.D. finden, wenn von einer rechten Tatmotivation auszugehen ist und eine bestimmte Entwicklung rechter Strukturen dadurch deutlich wird.

Vorfälle rechter Gewalt, bei denen die Betroffenen eine Veröffentlichung nicht wünschen, werden in dieser Chronik auch nicht öffentlich gemacht. In unserer Jahresstatistik werden hingegen alle erfassten Fälle rechter Gewalt einfließen.

Neben der bayernweiten Chronik von B.U.D. findet sich unter www.muenchen-chronik.de eine dezidierte Sammlung aller in München bekannt gewordener Vorfälle rechter Angriffe, Aktivitäten und Diskriminierungen. Bei der München-Chronik handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der FIRM, a.i.d.a. und BEFORE. Darüber hinaus gibt es ein bayernweites Monitoring von antisemitischen Vorfällen durch RIAS Bayern. Die entsprechende Chronik von RIAS Bayern findet sich hier.

Hinweis: Die Chronik versucht keinen zeitlich chronologischen Überblick zu geben, da es oftmals mehrere Monate oder gar Jahre dauert, bis uns bestimmte Vorfälle rechter Gewalt bekannt werden. Daher ist die Chronik nach Einstelldatum sortiert. Im jeweiligen Chroniktext selbst steht jedoch das entsprechende Vorfallsdatum. Hierdurch wird deutlich, wie lange es manchmal dauert, bis wir von einzelnen Vorfällen erfahren.

Abgetrennter Schweinekopf vor Geflüchtetenunterkunft

In Burgoberbach hat eine bislang nicht identifizierte Person in der Nacht auf Montag, den 28. Juli 2025, einen abgetrennten Schweinekopf vor eine Flüchtlingsunterkunft in der Wassertrüdinger Straße gelegt. Zuvor wurden bereits eine Toilette voller Abfälle vor die Tür gestellt und mehrfach Müll sowie stinkende Abfälle abgelegt. Die Polizei gibt an, dass der Schweinekopf zwischen Sonntag, 20:00 Uhr, und Montag, 08:00 Uhr, vor dem Gebäude platziert wurde.

Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf ein Hassdelikt. Dieser Straftatbestand erfasst im deutschen Recht gezielt das Erzeugen von Hass und Beleidigungen.

Die betroffene Familie, die in der Unterkunft lebt, berichtet von weiteren Bedrohungen und Einschüchterungen. Am 12. August 2025 wurden die Kinder der Familie – ihr 9-jähriger Sohn, ihre 5-jährige Tochter und ein Freund der Kinder – im nahegelegenen Park von drei bis vier Jugendlichen umzingelt und massiv eingeschüchtert. Die Jugendlichen näherten sich den Kindern mit E-Scootern und Fahrrädern, machten sich über die kleine Tochter lustig, weil sie noch keinen Fahrradführerschein hätte und drohten ihr damit, die Polizei zu rufen. Nach diesem Vorfall weinten die Kinder und wollten seitdem nicht mehr alleine nach draußen oder in den Park gehen. Die Täter sind weiterhin in der Umgebung unterwegs, und die Kinder haben Angst vor ihnen.

Die psychische Belastung der Familie ist erheblich, da sie zunehmend das Gefühl haben, im Dorf nicht willkommen zu sein.

Quelle:

Schweinekopf vor Asylunterkunft in Burgoberbach – ein Hassdelikt? | FLZ.de
Betroffene

Rassistisch motivierter Angriff auf 15-jähriges Mädchen

Laut Medienbericht griff in Würzburg am 17.10.2025 ein Jugendlicher zwei 15-jährige Mädchen in der Wredestraße an, schlug eines von ihnen unvermittelt in den Bauch und beleidigte beide rassistisch.

Quellen:

Onlineartikel von jungle.world
https://jungle.world/artikel/2025/43/deutsches-haus-43/2025

Main Post
https://wuerzburgerleben.de/2025/10/20/15-jaehrige-in-der-zellerau-geschlagen-und-rassistisch-beleidigt/

Rassistische Bedrohungen in Eventlokal

In der Nacht vom 12.-13.09.2025 kam es in einer Veranstaltungslokalität im Hofer Stadtteil Neustadt zu einem Vorfall, der für die Anwesenden belastend und beängstigend gewesen sein dürfte. Ein 39-jähriger Mann fiel durch aggressives Auftreten und rassistische Äußerungen auf und störte wiederholt Gäst*innen im Raucher*innenbereich.

Als die Betreiber*innen des Lokals einschritten und den Mann aufforderten, die Veranstaltung zu verlassen, eskalierte die Situation weiter. Der Mann verweigerte das Verlassen, wurde handgreiflich, beschädigte Inventar und bedrohte das Betreiber*innenpaar mit dem Tod. Für die Betroffenen bedeutete dies eine akute Bedrohungslage, die ein sofortiges Eingreifen erforderlich machte.

Auch nach dem Eintreffen der Polizei zeigte sich der Mann weiterhin aggressiv, verweigerte zunächst korrekte Angaben zu seiner Person und beleidigte die eingesetzten Beamt*innen. Gegen ihn wird nun wegen mehrerer Straftaten ermittelt. Zudem wurde ihm ein Hausverbot für die Lokalität erteilt.

Quellen:

TV Oberfranken
https://www.tvo.de/hof-eventlokal-mann-rastet-in-lokal-aus-781138/

Instagram Beitrag Antonio-Amadeu-Stiftung
https://www.instagram.com/p/DRC2Pm5jr60/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==

Rassistische Beleidigung, massive Drohung und Einbruch in die Wohnung durch Nachbarin

Ein Betroffener berichtet von wiederkehrendem, rassistischem Drangsalieren durch seine Nachbarin. Über Monate äußerte diese immer wieder rassistische Beleidigungen und bedrohte ihren Nachbarn mit dem Tod. Zuletzt versuchte sie mithilfe eines Feuerlöschers in die Wohnung des Betroffenen einzubrechen.

Die Drohungen von seiner Nachbarin erzeugen bei dem Betroffenen enorme Ängste. Der Betroffene hat mittlerweile ebenfalls Anzeige gegen seine Nachbarin erstattet. Er ist im Zuge seiner akuten Bedrohungslage im eigenen Zuhause nun auf der Suche nach einer Wohnung im Bad Kötzting (Instagram). Alle Hinweise zu Wohnungen werden per E-Mail an info@bud-bayern.de dankend angenommen.

Quelle: Betroffener

Rassistische Beschimpfungen im Supermarkt

Die Betroffene war am 01.10.2025 in einem Supermarkt in Amberg einkaufen. Sie telefonierte leise, als ein Mann anfing sie über längere Zeit anzuschreien, sie rassistisch beschimpfte und ihr gefährlich nahekam. Die Betroffene zeigte dem Mann Grenzen auf und wurde dabei von zwei Zeug*innen unterstützt. Als zwei weitere Personen dazukamen und den Täter ebenfalls aufforderten sie in Ruhe zu lassen, verließ dieser den Supermarkt. Die Betroffene erstattete Anzeige.

Quelle: Betroffene

Antisemitischer Angriff am Bahnhof

Am 10.10.2025 beleidigte ein bislang unbekannter Mann mehrere Reisende und äußerte antisemitische Parolen. Zeug*innen berichteten, dass der Mann anschließend mehrere Glasflaschen in Richtung des gegenüberliegenden Bahnsteigs warf und dadurch Menschen gefährdete.

Nach der Tat stieg der Mann in die S6 in Richtung Zorneding ein.

Die Bundespolizei ermittelt wegen Volksverhetzung, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung und bittet Zeug*innen um Hinweise.

Quelle:

Augsburger Allgemeine
https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/bahnhof-starnberg-mann-aeussert-antisemitische-parolen-und-wirft-mit-glasflaschen-112505628

Busfahrer beleidigt Fahrgästin rassistisch

Am 11.11.2025 kam es in einem Bus des RVV (Regensburger Verkehrsverbund) zu einem rassistischen Vorfall, bei dem ein Busfahrer eine Fahrgästin verbal herabwürdigte und rassistisch beleidigte.

Zudem öffnete der Fahrer einem wartenden Mann die Tür nicht, was die Zeugin ebenfalls als diskriminierend einordnete. Nur wenige weitere Fahrgäst*innen reagierten auf das rassistische Verhalten des Busfahrers. Die Zeugin wandte sich anschließend u.a. an B.U.D. Bayern, um den Vorfall zu melden und Unterstützung für weitere Schritte – darunter eine Beschwerde beim RVV – zu erhalten.

Quelle: Zeugin

Angriff im Zug

Am 08.07.2025 war die Betroffene im RE von Sachsen zu ihrem bayerischen Wohnort unterwegs. Sie setzte sich beim Einstieg in Chemnitz einem Mann und einer Frau in einem Vierersitz gegenüber. Der Mann trug eine Kette mit einem verfassungsfeindlichen Symbol. Als er wahrgenommen hat, dass die Betroffene dies bemerkt hatte, verdeckte er die Kette. Das Pärchen machte sich in Zwickau zum Aussteigen bereit. Kurz vor dem Aussteigen setzte sich dieser Mann der Betroffenen noch einmal gegenüber und spuckte ihr ins Gesicht. Die Betroffene hat daraufhin Anzeige erstattet.

Quelle: Betroffene Person

Rassistisch motivierter Angriff in Regionalzug: Frau in Ingolstadt geschlagen

Am 04.09.2025 wurde eine 39-jährige Frau während einer Zugfahrt von Nürnberg nach Ingolstadt Ziel eines rassistisch motivierten Angriffs. Nach Angaben der Polizei begann ein 29-jähriger Mann, rassistische und diskriminierende Aussagen zu tätigen. Als die Frau ihn aufforderte, diese Äußerungen zu unterlassen, reagierte er mit massiven Beleidigungen und schlug ihr zweimal mit der Faust ins Gesicht.

Mitreisende griffen beherzt ein und hielten den Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Gegen ihn wurden Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet. Der Zug stand zu diesem Zeitpunkt am Hauptbahnhof Ingolstadt.

Der Angriff zeigt erneut, wie schnell aus rassistischen Äußerungen körperliche Gewalt werden kann und wie wichtig solidarisches Handeln im öffentlichen Raum ist. Die betroffene Frau wurde durch ihr couragiertes Eingreifen selbst Ziel der Gewalt, weil sie sich gegen menschenfeindliche Aussagen stellte.

Quelle:

Verlag Nürnberger Presse
https://www.nn.de/region/fausthiebe-ins-gesicht-nach-rassismus-vorwurf-mann-schlagt-frau-in-zug-aus-nurnberg-1.14822049

Rassistischer Angriff gegen Betreiber*innen eines Lokals

In der Nacht zum Samstag, den 13.09.2025, kam es in in einem Lokal in Hof zu einem gewalttätigen rassistisch motivierten Angriff. Ein 39-jähriger Mann aus dem Landkreis Hof fiel durch aggressives Verhalten und rassistische Parolen auf.

Ohne erkennbaren Anlass äußerte der Mann im Raucherbereich rassistische Beschimpfungen. Als das Betreiber*innenpaar ihn aufforderte, die Veranstaltung zu verlassen, eskalierte die Situation. Der Mann schlug auf Mobiliar ein, bedrohte die Betreiber*innen mit dem Tod und griff sie körperlich an.

Die herbeigerufene Polizei nahm den Angreifer in Gewahrsam. Auch gegenüber den Beamt*innen verhielt er sich weiter aggressiv und beleidigte sie. Die Betroffenen des Angriffs – das Betreiber*innenpaar des Lokals – wurden Ziel von rassistischer Hetze, Gewalt und Bedrohung in ihrem eigenen Arbeitsumfeld. Der Täter ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, muss sich jedoch strafrechtlich verantworten.

Quelle:

Frankenpost
https://www.frankenpost.de/inhalt.hofer-eventlokalitaet-mann-bedroht-gastwirte-und-beleidigt-polizisten.e105cf4a-db6e-4d70-80d3-58a53f70bb81.html