Wir erinnern an Enver Şimşek, der am 09.09.2000 an einem seiner Blumenstände in einer Parkbucht in Nürnberg vom sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“ erschossen wurde. Er starb infolge seiner schweren Verletzungen am 11.09.2000.
Die Familie erhält erst mehr als elf Jahre nach seinem Tod die Aufklärung darüber, dass Enver Şimşek von Neonazis ermordet wurde.
Enver Şimşek war das erste Opfer der rechten Terrorgruppe NSU. Allein in Bayern verübte der NSU fünf Morde und einen Bombenanschlag. Die Ermittlungsbehörden nahmen den rechten Hintergrund der Taten lange nicht wahr und ermittelten stattdessen gegen die Betroffenen und deren Umfeld. Sie verhörten die trauernde Familie und stigmatisierte sie damit.
„Also diese Ermittlungszeit war einfach für uns die grauenvollste Zeit. Ich sage immer, nach dem Mord bis zur Enttarnung war das für uns Familien, für uns persönlich, die schlimmste Zeit. Weil wir nie Opfer sein konnten. Wir haben eigentlich Hilfe gebraucht, aber da kam niemand. Da wollte uns niemand helfen.“
Semiya Şimşek – https://gegenuns.de/nsu/
Diese Umstände sind Ausdruck rassistischer Kontinuitäten in Deutschland, die auch weiterhin rechte Gewalt ermöglichen.
Gedenkkundgebung anlässlich des 25. Jahrestages der Ermordung an Enver Şimşek
Am 9. September 2025 lädt die Familie von Enver Şimşek gemeinsam mit dem Nürnberger Bündnis Nazistopp in Kooperation mit dem Solidaritätsnetzwerk der Betroffenen rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zu einer Gedenkkundgebung von 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr am Enver Şimşek-Platz in Nürnberg ein.




