Statistik zu rechten Angriffen in Bayern 2025 veröffentlicht: Rassismus bleibt weiterhin häufigstes Tatmotiv – Minderjährige und Antifaschist*innen im Visier
Unser Monitoring zeigt, dass die Anzahl der registrierten gewalttätigen Angriffe in Bayern (ohne München) im vergangenen Jahr wieder angestiegen ist. Die Beratungsstelle B.U.D. registrierte 2025 insgesamt 220 Angriffe mit 250 bekannten Betroffenen. Das Dunkelfeld bleibt dabei groß.
2026 stellen wir zum dritten Mal die Zahlen für in Bayern erfasste rechte Angriffe vor. Dieses Monitoring arbeitet mit einem klar definierten Angriffsbegriff, der (versuchte) Tötungen, Körperverletzungen, Brandstiftungen, Bedrohungen und massive Sachbeschädigungen mit einer rechten Tatmotivation zählt. Die Erfassungskriterien entsprechen den gemeinsamen festen Kriterien des Dachverbands VBRG und orientieren sich am polizeilichen Erfassungssystem der politisch motivierten Gewalt – rechts. Die Zahlen beziehen sich auf Gesamtbayern jedoch ohne das Stadtgebiet München. Für das Stadtgebiet München liegt die Zuständigkeit der Erfassung und Beratung bei der Beratungsstelle BEFORE.
Häufigstes Tatmotiv war Rassismus
Rassismus bleibt 2025 mit 135 Angriffen das mit Abstand häufigste Tatmotiv, das seinen zunehmenden Trend weiter fortsetzt (2024: 110) und sich über den Verlauf von zwei Jahren verdoppelte (2023: 65). In den weiteren Zahlen sind deutliche Verschiebungen zu sehen: Zum einen hat sich der Anteil an körperlicher Gewalt erhöht und zum anderen ist deutlich zu sehen dass sich diese nun signifikant verstärkt gegen Minderjährige und politische Gegner*innen richtet. B.U.D. registrierte dabei 51 Angriffe auf Kinder und Jugendliche sowie 56 Angriffe auf politischen Gegner*innen, was jeweils beinahe eine Verdopplung zum Vorjahr bedeutet.
Weiter gesteigerte Gewaltbereitschaft
2025 verdreifachten sich die rechtsmotivierten Körperverletzungsdelikte nach unseren Aufzeichnungen auf 209 (2024: 73). Hierbei wurden 33 als Gefährliche Körperverletzungsdelikte gewertet; In drei weiteren Fällen ging es zudem um schwere Körperverletzung bzw. versuchte Tötung sowie eine vollendete Tötung.
Im Juni 2025 ersticht eine 19-Jährige mit einem Taschenmesser in der mittelfränkischen Gemeinde Pleinfeld einen 15-Jährigen mit deutscher und brasilianischer Staatsbürgerschaft. Obwohl die Polizei in dieser Situation bereits früh „Verdachtsmomente“ für eine rassistische Tatmotivation erkennt, stuft die
Polizei die Tötung schließlich nicht als politisch rechts motiviert ein. Damit wird der Vorfall in der pmK-Statistik der Polizei nicht als Gewalttat, sondern lediglich als rassistisch motiviertes Äußerungsdelikt eingehen.
Alexander Thal, Vorstand B.U.D. e.V.: „Unsere Zahlen zeigen, dass die Zunahme des Anteils an Körperverletzungen, vor allem auch die Verdopplung der Gewalt gegen Minderjährige, beängstigend ist. Rechte Gewalt muss ernst genommen und als solche benannt werden. Die Politik muss Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass Unterstützungsangebote ausgebaut statt gefährdet werden. Wir möchten deutlich betonen: Hinter jeder Zahl stehen Menschen und ihre Schicksale. Die Folgen rechter Angriffe sind gravierend für die Betroffenen und oftmals eher geprägt von Täter-Opfer-Umkehr als von dringend benötigter Unterstützung.“
Pressekontakt: Ruby Parker, E-Mail: pr@bud-bayern.de, Tel.: 01525-9176069
Download:
- Angriffsstatistik B.U.D. 2025 (.pdf)
- Presssemitteilung B.U.D. Angriffsstatistik rechter Gewalt in Bayern 2025 (ohne München) (.pdf)
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