Die beiden fachspezifischen Beratungsstellen für Betroffene rechter Gewalt dokumentieren 2025 insgesamt 324 Angriffe mit mindestens 362 direkt Betroffenen in Bayern. Statistisch gesehen wurden in Bayern fast jeden Tag Menschen aus rechten Motiven heraus angegriffen.
Häufigstes Tatmotiv bleibt Rassismus.
64,2 % Rassismus
19,4 % politische Gegner*innenschaft
8 % LGBTQIA*-Feindlichkeit
Erschreckend hohes Maß an körperlicher Gewalt.
42 % Körperverletzung
35,8% Bedrohung und Nötigung
Der Dachverband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) veröffentlichte heute die bundesweite Angriffsstatistik rechter Gewalt. Die Beratungsstellen B.U.D. für Betroffene rechter Gewalt in Bayern (ohne München) und BEFORE für Betroffene von rechter und gruppenbezogen menschenfeindlicher Gewalt und Diskriminierung in München veröffentlichen nun die gemeinsamen Zahlen für Bayern, die mit in die bundesweite Statistik des VBRGs einfließen.
Dieses gemeinsame Monitoring rechter Gewalt in Bayern arbeitet mit einem klar definierten Angriffsbegriff, der (versuchte) Tötungen, Körperverletzungen, Brandstiftungen, Bedrohungen und massive Sachbeschädigungen mit einer rechten Tatmotivation zählt. Die Erfassungskriterien entsprechen den gemeinsamen festen Kriterien des Dachverbands VBRG und orientieren sich am polizeilichen Erfassungssystem der politisch motivierten Kriminalität -rechts (pmK -rechts).
Im Jahr 2025 verzeichnen B.U.D. und BEFORE insgesamt 324 Angriffe mit mindestens 362 direkt Betroffenen. Darunter registriert B.U.D. für Bayern (ohne das Stadtgebiet München) 220 Angriffe mit insgesamt mindestens 239 direkt Betroffenen, BEFORE (München) 104 Angriffe mit 123 direkt Betroffenen. Im Vergleich zum Vorjahr verbleiben die Zahlen damit auf einem alarmierenden Hoch.
Häufigstes Motiv der Täterinnen ist Rassismus
64,2 % der Vorfälle rechter Gewalt zeigen Rassismus als Tatmotivation auf. Als weitere gehäufte Tatmotive folgen darauf politische Gegnerinnenschaft (19,4%), sowie LGBTQIA- Feindlichkeit (8%).
So attackiert beispielsweise am 2. Oktober 2025 ein 15-Jähriger mit einem Hammer auf dem Schulgelände der Mittelschule Friedberg zwei 14-jährige Schüler irakischer und deutsch-kosovarischer Herkunft und verletzt sie. Er trug bei der Tat eine Uniform und einen militärisch anmutenden Helm. Zuvor besuchte der Angreifer dieselbe Schule.
Ein erschreckend hohes Maß an körperlicher Gewalt
Knapp 42% der Angriffe waren Körperverletzungsdelikte, bei 35,8% der Angriffe waren die Betroffenen Bedrohungen und Nötigungen ausgesetzt. 2025 richtete sich rechte Gewalt in insgesamt 63 Angriffen gegen politische Gegnerinnen.
So schildert eine betroffene Person in der Beratung bei BEFORE, wie sie nachts nach Hause kommt und feststellen muss, dass eine Morddrohung an ihre Haustür geschrieben wurde. Da die betroffene Person zivilgesellschaftlich engagiert ist und die Haustür im Hinterhof gelegen ist, ist stark davon auszugehen, dass sich die Drohung explizit gegen sie richtete.
Alexander Thal, Vorstand B.U.D. e.V.:
„Rechte Gewalt muss ernst genommen und als solche benannt werden. Die Politik muss Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass Unterstützungsangebote ausgebaut statt gefährdet werden.
Wir möchten deutlich betonen: Hinter jeder Zahl stehen Menschen und ihre Schicksale. Die Folgen rechter Angriffe sind gravierend für die Betroffenen und oftmals eher geprägt von Täter-Opfer-Umkehr als von dringend benötigter Unterstützung.“
Siegfried Benker, Geschäftsführender Vorstand von BEFORE e.V.:
„Wenn in der Politik Ausgrenzung vorangetrieben wird, führt das zu Gewalttaten auf der Straße und im Wohnumfeld. Je mehr die Mitte der Gesellschaft Positionen rechtsextremer Parteien übernimmt, umso bedrohter sind Menschen mit Migrationshintergrund, politische Aktivistinnen und Mitglieder der LGBTQIA- Community. Verbale Ausgrenzung ist immer der Anfang – aber nie das Ende.”
Du hast einen rechten Angriff erlebt?
Du bist nicht allein! Wir unterstützen dich.
B.U.D. Bayern (ohne München)
info@bud-bayern.de
0151-21653187
Selbstverständlich bleibst Du anonym und musst keine Beratung in Anspruch nehmen, wenn Du das nicht möchtest.
Presseanfragen:
pr@bud-bayern.de
BEFORE (München)
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089 / 462 24 67 0
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