Chronik rechter Gewalt.

Morddrohungen gegen Schulleitung und Lehrer*innen

An einer Schule in Gundelsheim tauchten bereits Mitte Januar Plakate mit Sprüchen gegen die von der Schule ordnungsgemäß angewandten Corona-Maßnahmen auf. Nun wurden im Zeitraum vom Freitag (28. Januar) bis zum Montag (31. Januar) im Bereich der Turnhalle und im Eingangsbereich der Schule mehrere Zettel angebracht.

Dieses Mal habe es sich im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen um Morddrohungen gegen die Schulleitung und Lehrer*innen gehandelt.

„Es wurde als Anzeige polizeilich aufgenommen und das Kommissariat für Staatsschutzdelikte der Kriminalpolizei Bamberg ermittelt jetzt wegen des Verdachts der Bedrohung und der Androhung von Straftaten“, schildert der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Quelle: Infranken.de

Maskenverweigerer schlägt Mitarbeiterin im Supermarkt

Am 05.02.2022 ist ein Mann in Hof in einem Supermarkt in der Christoph-Klauß-Straße gewalttätig geworden: Nachdem er darauf hingewiesen worden war, dass er keine FFP2-Maske trägt, soll er mehrmals mit einem Regenschirm auf die Mitarbeiterin eingeschlagen und sie dabei verletzt haben. Die Polizei sucht nach dem Täter und bittet um Zeugenhinweise.

Quelle: BR24

Verschwörungsideolog*innen greifen Journalisten an

Am 15.01.2022 fand in Passau eine unangemeldete Versammlung von Coronaleugner*innen statt. Ein Journalist, der vor Ort die Situation beobachten und dokumentieren wollte, wurde von mehreren Teilnehmer*innen des „Spaziergangs“ gezielt angegriffen: eine Gruppe von ca. 20 Personen bedrängte den Journalisten und rief zur Einschüchterung seinen Klarnamen. Täter 1 trat ihm in den Rücken, Täterin 2 schüttete dem Journalisten Kaffee ins Gesicht. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: Social Media

Reichsbürger zeigt Hitlergruß

Am 24.01.2022 wurde ein 63- Jähriger in einer Metzgereifiliale in Ansbach auf die Tragepflicht einer FFP2-Maske hingewiesen. Daraufhin reagierte er bereits aggressiv und schrie die anwesenden Personen an. Dabei hob er den rechten Arm und zeigte den Hitlergruß. Als eine verständigte Polizeistreife eintraf, wies er sich mit einem „Reichsbürgerausweis“ aus. 

Der Mann wurde zur Personalienfeststellung zur Polizeiinspektion mitgenommen und erhält nun Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz, Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen und Urkundenfälschung. Der Reichsbürgerausweis wurde sichergestellt.

Quelle: Polizeimeldung

Queerfeindliche Beschimpfungen und Bedrohungen durch Verschwörungsideolog*innen

Am 17.01.2022 beobachten zwei Würzburger Blogger*innen eine sogenannte „Querdenker-Demonstration“. Nachdem die Demo offiziell beendet wird, machen sich die beiden auf den Weg nach Hause – und merken, dass sie verfolgt werden. Vor einem Supermarkt treffen sie auf zwei Gegendemonstrant*innen. Zu viert werden sie dort von einer 15-köpfigen Gruppe aggressiver Verschwörungsideolog*innen bedrängt, bedroht, beleidigt und queerfeindlich beschimpft.

Die Polizei gab öffentlich bekannt, auch aufgrund der Videos in den Sozialen Medien, die Vorfälle bereits der Staatsanwaltschaft gemeldet zu haben.

Quellen:

twitter

twitter

Mainpost

„Ich wurde von 15 Querdenkern angegriffen“

Am Montagabend den 24.01.2022 gegen 20 Uhr griffen demonstrierende Pandemieleugner*innen ein Mitglied der Jusos in Rosenheim an, das sich den Aufmarsch anschaute und dabei eine Fahne der Jusos trug. Der gewalttätige Mob attackierte und verletzte den jungen Mann und schlug auch auf umstehende Personen ein, die helfen wollten. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Quelle: Twitter

Versuchter Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft

Am 16.10.2021 kam es zu einem versuchten Brandanschlag auf eine Geflüchteten-Unterkunft in Simbach am Inn. Ein Papiercontainer war vollständig abgebrannt, am Gebäude entstand ein Sachschaden von mehreren Tausend Euro. Auch an zwei Notausgangstüren fanden die Ermittler Brandspuren. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Es wurde ein Tatverdächtiger festgenommen.

Seit dem 22.12.2021 hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es wird wegen versuchten Mordes ermittelt und von einem „fremdenfeindlichen“ Tatmotiv ausgegangen. Wir werten diese Tat als rassistisch motiviert und sind erreichbar, falls Menschen aus der Unterkunft bei uns Beratung und Unterstützung suchen möchten.

Quelle: BR

Rassistischer Angriff an der Bushaltestelle

Ein 18-Jähriger wartete am 7. November in der Hauptstraße im Ichenhausener Stadtteil Rieden an einem dortigen Bushäuschen. Während er dort wartete, hat ein Pkw angehalten. Aus dem Fahrzeug ist eine ihm unbekannte männliche Person ausgestiegen und auf ihn zugekommen. Der Unbekannte hat den 18-Jährigen am Kragen gepackt und zu Boden gestoßen. Zudem ist der 18-Jährige von diesem Mann mit folgenden Worten angesprochen worden: »geh weg von hier« und »raus!«

Nachdem sich der Unbekannte wieder entfernt hatte, begab sich der Geschädigte demnach Richtung Halderstraße. Dort habe erneut ein Fahrzeug neben ihm angehalten. Mutmaßlich war es der selbe Pkw wie zuvor am Bushäuschen. Diesmal stieg allerdings laut Betroffenem eine andere männliche Person aus. Diese begab sich zu dem Geschädigten und schlug auf diesen mit den Fäusten ein, so die Polizei. Zudem habe der Täter den Geschädigten angesprochen, dieser jedoch die Äußerungen nicht verstehen können. Der Vorfall wurde zur Anzeige gebracht. Für die Polizei ist ein rassistisches Motiv »nicht ausgeschlossen«, da es sich bei dem Geschädigten »erkennbar um einen ausländischen Mitbürger« gehandelt habe. Die Polizei sucht nach Zeug*innen der Tat.

Quelle: Allgäu rechtsaußen

Parteibüro der „LINKEN“ angegriffen

Am Wochenende beschädigte ein bislang unbekannter Täter die Frontscheibe des Büros der Partei „Die Linke“ am Mauerberg. An dieser entstand ein Sprung, welcher sich über die gesamte Scheibe zieht. Der Sachschaden wird auf mehrere hundert Euro geschätzt.

Zum wiederholten Male gab es einen Angriff auf das Büro der LINKEN am Mauerberg 31, welches die Partei gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl unterhält. Bereits im vergangenen Jahr erstattete die Augsburger LINKE zweimal Anzeige wegen Beschädigung ihrer Geschäftsstelle.

Der Kreisvorsitzende der Augsburger LINKEN, Frederik Hintermayr erklärt dazu: „Natürlich müssen wir von einem politisch motivierten Angriff ausgehen. Angriffe wie dieser sind Teil der Strategie der Rechtsradikalen, ein Klima der Angst zu erzeugen und uns in der politischen Handlungsfähigkeit einzuschränken. Die Angriffe gehen gegen all diejenigen, die sich für Menschlichkeit und sozialen Zusammenhalt einsetzen. Diese Einschüchterungsversuche werden jedoch keinen Erfolg haben. Wir streiten weiter für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft.“

Quelle: Polizei Schwaben Nord

Bedrohungen und Beleidigungen der Grünen Jugend

Wie wiesentbote.de (19.9.21) schrieb, wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag in Bayreuth wahlkämpfende Aktive der Grünen Jugend von mutmaßlich rechtsgerichteten Gewalttätern angegriffen.

Zunächst habe um 21.30 Uhr in der Von-Römer-Straße eine Gruppe junger Erwachsener die Wahlkämpfer*innen verbal attackiert und diese mit „Todes- und Vergewaltigungsfantasien“ bedroht. Später in der Nacht wurden die GJ-Aktivist*innen erneut angegriffen. Dabei trat ein unbekannter Mann „unter wüsten Beleidigungen“ einen Biertisch um und drohte, eine mitgeführte GrüneJugend-Flagge zu verbrennen.

Am Vortag seien zudem die Autoreifen der grünen Direktkandidatin Susanne Bauer während einer Parteiveranstaltung in der Innenstadt zerstochen worden. „Wir haben alle Vorfälle zur Anzeige gebracht und verurteilen die Aggressoren aufs Schärfste. An dieser Stelle möchten wir uns jedoch auch ausdrücklich bei Mitbürger:innen bedanken, die sich während und nach den Vorfällen mit uns solidarisiert haben.“, kommentiert Johanna Schmidtmann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Bayreuth.

Quellen: Nazistopp Nürnberg, Der Neue Wiesentbote