Chronik rechter Gewalt.

Angriff auf politische Gegner*innen // Wahlkampfhelfer der Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ beim Plakatieren bedrängt worden

Zwei Wahlkampfhelfer brachten am 18.05.2024 gegen frühen Abend gerade Wahlplakate für die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ an, als sich zwei Personen aus einer unbekannten vierköpfigen Gruppe heraus bedrohlich näherten. Eine männliche Person ist aus der Gruppe herausgetreten und drängte einen Wahlhelfer zur Seite, um anschließend zwei Wahlplakate gewaltsam abzureißen. Darauffolgend entfernte sich die gesamte Gruppe unerkannt in Richtung Ringpark.

Quellen:

Obdachloser Mann verstirbt nach Angriff

In der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 2024 schlägt ein 17-Jähriger einen 53-Jährigen Wohnungslosen in der Bahnhofsstraße in Immenstadt zusammen. Der Mann geht daraufhin zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Die entlässt ihn »aufgrund der augenscheinlich leichten Verletzungen am Kopf« und der Mann legt sich in den Vorraum einer Bankfiliale. Am frühen Morgen wird er dort in lebensbedrohlichem Zustand gefunden und im Klinikum Kempten intensivmedizinisch behandelt. Noch im Laufe des Tages erliegt der Mann einer Hirnblutung.

Den tatverdächtigen Jugendlichen nahmen Einsatzkräfte noch am Nachmittag fest und führten ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten dem Haftrichter vor. Er ist bereits als „Intensivtäter“ bekannt. Gegen drei weitere Jugendliche, die nicht direkt am Angriff beteiligt aber anwesend gewesen waren, wird nun aufgrund des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt.

Quelle:
Die Bayerische Polizei – Opfer verstirbt nach Angriff auf offener Straße (bayern.de)

Beleidigung und rassistischer Angriff auf einen Familienvater

Am 15.04.2024 trat ein Mann aus einer 3-köpfigen Gruppe heraus und beleidigte eine Familie rassistisch. Außerdem rief er dabei „Sieg Heil“ und zeigte den Hitlergruß. Anschließend warf er eine Bierflasche in Richtung des Familienvaters und schlug ihm zwei Mal ins Gesicht. Die Polizei entdeckte vor Ort an einer Hausfassade ein Hakenkreuz. Den rechten Angriff bagatellisieren die Beamt*innen später in ihrer Pressemitteilung als einen „Streit […], welcher anschließend eskalierte“ 1.

Quelle:
Polizeibericht vom 17.04.2024 | Landkreis Ostallgäu & Kaufbeuren

    Demokratiefeindliche Schriftzüge auf Pickup-Truck

    Am 01.05.2024 entdeckt eine Frau auf einem Spaziergang um den Happingersee in der Ortschaft Raubling zwei am Feldrand geparkte Pickup-Trucks mit rechten Schriftzügen, wie etwa „Demonstrantenjäger“. Der Schriftzug lässt sich klar der extremen Rechten zuordnen und richtet sich eindeutig gegen Menschen, die das demokratische Grundrecht auf „Demonstrationen“ in Anspruch nehmen. Die Frau fühlte sich sehr bedroht. Sie wandte sich umgehend direkt an B.U.D. Bayern und meldete ihre Beobachtung.

    Quelle:
    Augenzeugin

    Queer- und frauenfeindlich motivierte Schriftzüge

    In der Nacht vom 24.03. auf den 25.03.2024, brachten Unbekannte ein Hakenkreuz mit pinker Farbe und eine frauenfeindliche Beleidigung an einem Briefkasten an. Die Polizei ermittelt.

    Die queerfeindliche Motivation liegt nahe, da das Hakenkreuz in pinker Farbe angebracht wurde. Homosexuelle Menschen wurden im Nationalsozialismus mit einem sog. „rosa Winkel“ gekennzeichnet. 1

    Quellen:
    Polizeibericht vom 26.03.2024
    1 Der rosa Winkel: Homosexualität im Nationalsozialismus


      Landwirt beleidigt drei Glasfasermitarbeiter rassistisch und bespritzt sie anschließend mit Gülle

      Ein Landwirt passierte am 29.08.2023 mit seinem Traktor inklusive Gülleanhänger mehrfach eine Baustelle auf der gerade drei Glasfasermitarbeiter tätig waren. Im Verlauf begann er die Mitarbeiter rassistisch zu beschimpfen. Auch forderte der Landwirt sie auf, ihren Arbeitsbereich zu verlassen und drohte damit, die Polizei zu rufen. Als sie seiner Aufforderung nicht nachkamen, öffnete er das Verschlussventil seines Anhängers und bespritzte die Mitarbeiter mit Gülle.

      Quelle:
      Regensburg Digital

      Unbekannte Person hinterlässt queerfeindliche Drohschreiben an geparktem Auto

      Seit dem 01.03.2024 erhält eine queere Person circa einmal wöchentlich anonyme, handschriftlich geschriebene Zettel mit queerfeindlichen Inhalten. Diese werden an die Windschutzscheibe des geparkten Autos der betroffenen Person gesteckt, während diese sich auf der Arbeit befindet.

      Die Person ist bei ihren Kolleg*innen nicht geoutet. Die Anonymität der*des Täter*in wirkt für die betroffenen Person daher besonders bedrohlich. „Ich habe Angst zur Arbeit zu gehen und ich fühle mich eingeschränkt. Es macht mich außerdem manchmal hilflos und wütend, nicht zu wissen, wer diese Person ist.“

      Quelle:
      betroffene Person

      Racial Profiling | Rassistische Verkehrskontrolle durch einen Polizisten

      Eine Person fuhr am 09.11.2023 mit dem Auto und wurde von einem Polizisten angehalten. Der Beamte forderte die Herausgabe des Führerscheins und des Personalausweises. Während der Ausweis kontrolliert wurde, stellte der Polizist grenzüberschreitende und rassistische Fragen nach dem Leben in Deutschland und der Staatsangehörigkeit der betroffenen Personen, was zusätzlich mit einem irritierenden Lächeln des Beamten begleitet wurde. Abschließend wollte der Polizist, obwohl die Person offenkundig mit dem Pkw unterwegs war, noch eine Fahrkarte für Öffentliche Verkehrsmittel sehen.

      Quelle:
      betroffene Person

      Radfahrerin greift 15-jährige Jugendliche an einer roten Ampel an

      Am 18.10.2023 stand eine 15-jährige Jugendliche an einer roten Ampel, als vor ihr eine ihr unbekannte Radfahrerin anhielt, die Jugendliche anschrie und versuchte, ihr das Kopftuch vom Kopf zu entreißen. Anschließend griff sie der Jugendlichen an den Hals.

      Die Jugendliche sei dabei leicht verletzt worden.

      Quelle:
      Islam IQ

      20-jähriger Impfgegner tötet seine Mutter

      Anfang März 2023 hat ein 20-jähriger seine Mutter auf brutale Art und Weise getötet. Vor Gericht begründete der Täter die Tat damit, dass er die Impfung seines 11-Jahre alten Bruders verhindern wollte.

      Das Landgericht Hof sprach eine Haftstrafe von 11 Jahren und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus aus, da man beim Täter eine psychische Erkrankung festgestellt habe.

      Als Beratungsstelle weisen wir darauf hin, dass rechte Gewalttaten in der Vergangenheit immer wieder als Folge einer psychischen Erkrankung dargestellt wurden. Dadurch werden solche Taten jedoch individualisiert, relativiert und entpolitisiert. Die rechte Tatmotivation rückt so in den Hintergrund, was dazu beiträgt, dass die Dimension rechter Gewalt insgesamt weniger sichtbar wird.

      Quellen:
      Süddeutsche Zeitung
      Passauer Neue Presse
      Frankenpost