Chronik rechter Gewalt.

Landwirt beleidigt drei Glasfasermitarbeiter rassistisch und bespritzt sie anschließend mit Gülle

Ein Landwirt passierte am 29.08.2023 mit seinem Traktor inklusive Gülleanhänger mehrfach eine Baustelle auf der gerade drei Glasfasermitarbeiter tätig waren. Im Verlauf begann er die Mitarbeiter rassistisch zu beschimpfen. Auch forderte der Landwirt sie auf, ihren Arbeitsbereich zu verlassen und drohte damit, die Polizei zu rufen. Als sie seiner Aufforderung nicht nachkamen, öffnete er das Verschlussventil seines Anhängers und bespritzte die Mitarbeiter mit Gülle.

Quelle: Regensburg Digital

Unbekannte Person hinterlässt queerfeindliche Drohschreiben an geparktem Auto

Seit dem 01.03.2024 erhält eine queere Person circa einmal wöchentlich anonyme, handschriftlich geschriebene Zettel mit queerfeindlichen Inhalten. Diese werden an die Windschutzscheibe des geparkten Autos der betroffenen Person gesteckt, während diese sich auf der Arbeit befindet.

Die Person ist bei ihren Kolleg*innen nicht geoutet. Die Anonymität der*des Täter*in wirkt für die betroffenen Person daher besonders bedrohlich. „Ich habe Angst zur Arbeit zu gehen und ich fühle mich eingeschränkt. Es macht mich außerdem manchmal hilflos und wütend, nicht zu wissen, wer diese Person ist.“

Quelle: betroffene Person

20-jähriger Impfgegner tötet seine Mutter

Anfang März 2023 hat ein 20-jähriger seine Mutter auf brutale Art und Weise getötet. Vor Gericht begründete der Täter die Tat damit, dass er die Impfung seines 11-Jahre alten Bruders verhindern wollte.

    Das Landgericht Hof sprach eine Haftstrafe von 11 Jahren und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus aus, da man beim Täter eine psychische Erkrankung festgestellt habe.

    Als Beratungsstelle weisen wir darauf hin, dass rechte Gewalttaten in der Vergangenheit immer wieder als Folge einer psychischen Erkrankung dargestellt wurden. Dadurch werden solche Taten jedoch individualisiert, relativiert und entpolitisiert. Die rechte Tatmotivation rückt so in den Hintergrund, was dazu beiträgt, dass die Dimension rechter Gewalt insgesamt weniger sichtbar wird.

    Quellen:

    Jugendliche werfen einen Knallkörper in ein Restaurant

    Am Abend des 20.01.2024 kamen zwei Jugendliche zu einem asiatischen Restaurant in der Freisinger Innenstadt. Während der eine Jugendliche die Umgebung bewachte, warf der andere Jugendliche einen Knallkörper in das Restaurant. Dabei hat er eine Parole gerufen, die laut Polizeimeldung, „nationalsozialistisches Gedankengut vermuten lässt“.

    Als sich die Jugendlichen vom Tatort entfernen wollten, nahmen drei der Gäst*innen die Verfolgung auf und hielten die Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei fest.

    Quelle: Polizeimeldung

    Rassistische Parolen auf dem Faschingswagen der „Landjugend Hohenfurch“

    Am 08.02.2024 befindet sich eine Gruppe von Menschen zum Faschingsumzug am Hauptplatz in Landsberg am Lech. Als ein Faschingswagen der Landjugend Hohenfurch am Hauptplatz das Lied „L‘amour Toujours“ von Gigi D’Agostino abspielt, beginnen auf dem Festwagen mehrere Jugendliche und junge Heranwachsende lautstark den Liedtext zu rassistischen Parolen umzudichten.

    Bei einigen umstehenden Menschen, die das beobachten, führte dieses Ereignis zu starker Verunsicherung und eine junge Frau mit Migrationsbiographie möchte künftig nicht mehr an Faschingsveranstaltungen teilnehmen, weil sie sich nicht sicher und nicht willkommen fühlt.

    Quellen:

    – Augenzeug*in

    Tagesspiegel

    Abendzeitung München

    Rassistisch motivierte Beleidigung und Bedrohung

    Am 17.01.2024 hilft eine Person einer Frau im Rollstuhl in der Nürnberger Innenstadt über eine Eisplatte hinweg, als sich ein unbekannter Mann – mutmaßlich Beschäftigter der Stadtreinigung– nähert und die betroffene Person rassistisch beleidigt sowie körperliche Gewalt androht. In Folge greifen zwei Zeug*innen ein und halten den Täter von einer Tatverwirklichung ab.

    Quelle: betroffene Person

    Extrem rechte Parolen „gesungen“

    In den letzten Wochen gab es mehrere Vorfälle, bei denen rechte Parolen zu dem Song „L‘amour toujours“ von Gigi D’Agostino gesungen wurden. Unter anderem wurden die Parolen am 08.02.24 von der Landjugend Hohenfurch auf dem Faschingsumzug in Landsberg am Lech und am 24.02.24 durch eine unbekannte Gruppe an Menschen in einem Gasthaus in Höchstadt a. d. Aisch verbreitet.

    Bereits im Januar 2024 kam es im Anschluss an den AfD-Parteitag in Greding zu ähnlichen Szenen in einer Diskothek. Hier waren insbesondere die AfD-Landtagsabgeordneten Benjamin Nolte und Franz Schmid beteiligt. Schmid ist zum neuen Landesvorsitzenden der Jungen Alternative Bayern, der extrem rechten Jugendorganisation der AfD, gewählt worden.

    Quelle:

    Zeug*innen

    BR24

    Tagesspiegel

    Extrem rechte Parolen und Drohung

    In einer der Nächte zwischen dem 31. Januar und dem 2. Februar wurden an die Außenwand des Kulturhauses „Stadtbahnhof“ in Schweinfurt extrem rechte Parolen und eine Drohung gegen eine Gruppe von lokalen Antifaschist*innen gesprüht. Der Stadtbahnhof positioniert sich öffentlich klar antifaschistisch.

    Quelle: Betroffene

    Bedrohungen gegen Ex-SPD-Kreisrätin

    Ex-SPD-Kreisrätin Angelika Eller-Wiedemann wirbt am 20.01.2024 in Lindenberg auf einer „Bauerndemo“ für eine Demonstration „gegen Rechts“ und wird aus einer Reihe von zehn Männern bedroht: „Hinter meinem Rücken rief einer: Die muss einmal nachts über den Stadtplatz gehen. Worauf sofort ein zweiter Ruf kam: Das würde sie nur einmal machen.“ Angelika Eller-Wiedemann wertet das ganz klar als einen Einschüchterungsversuch, wegen der vorausgehenden Bewerbung der Demo „gegen Rechts“: „Ich bin überzeugt, dass systematisch geschulte Trupps von Rechtsradikalen vor Ort waren“, sagt die 68-Jährige gegenüber der Allgäuer Zeitung.

    Quelle: Allgäuer Zeitung

    Mann bedroht Zugbegleiterin und zeigt „Hitlergruß“

    In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar 2024 hat ein 43-Jährige in einem Regionalexpress zwischen Immenstadt und Altstädten die Zugbegleiterin bedroht und war ihr nachgestellt, woraufhin die 60-Jährige in den Führerstand des Lokführers flüchtete und die Polizei verständigte.

    Der Kreisbote berichtet, dass die Polizei den amtsbekannten 43-Jährigen noch in der Nacht in das Bezirkskrankenhaus Kempten brachte. Zum Abschied zeigte der Mann den Beamten noch den „Hitlergruß“, weswegen die Bundespolizei gegen den Beschuldigten neben Bedrohung auch wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

    Quelle: Kreisbote